Projekttag des Schillergymnasiums: Schüler erleben Wissenschaft im Alltag
Von: Kurt Woischytzky
Zug fahren ohne Musik in den Ohren? Gewöhnungsbedürftig. Brandbekämpfung ohne Feuerlöscher? Schwierig. Ein Leben ohne Gummibärchen? Undenkbar. Ob im Straßenverkehr, für moderne Unterhaltungselektronik oder gar in Nahrungsmitteln – ohne die Wissenschaft läuft nichts. Oder besser gesagt: Es fließt nichts. Denn in nahezu allen Bereichen unseres Alltags erleichtern neue und bewährte Erkenntnisse aus der Forschung bedeutend unser Leben. Unter dem Motto "Alles fließt" zeigte das Friedrich-Schiller-Gymnasium Weimar gestern eindrucksvoll, welche wichtige Rolle die Wissenschaft in unserer modernen Gesellschaft spielt. Zum Tag der Naturwissenschaften und der Mathematik gaben zahlreiche Vertreter aus ganz Deutschland den Schülern anschauliche Einblicke in die Welt des Entdeckens und des Erklärens.
"Es freut uns, viele angesehene Persönlickeiten aus den verschiedensten Fachrichtungen als Referenten begrüßen zu dürfen", sagt Schulleiter Jochen Etzhold, und fügt schmunzelnd hinzu: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Organisation und Absprache bei den bekanntesten Personen am unkompliziertesten war." So ist mit Prof. Karlheinz Brandenburg einer der Erfinder des verbreiteten MP3-Formates der Einladung nach Weimar gefolgt. Durch die Einführung dieses mittlwerweile weltweit etablierten Formats zur effizienten Speicherung von Musikdateien legte er den Grundstein für verschiedenste mobile Musikabspielgeräte, die sich heute auch in fast jeder Schultasche finden. "Ich habe gemerkt, dass sich die Schüler wirklich sehr gut mit dem Thema identifizieren können und auch schon viel Vorwissen besitzen", meinte Brandenburg nach seinem Vortrag.
Doch nicht nur Erfindungen aus dem informationstechnischen Bereich standen bei dem gestrigen Projekttag auf der Agenda. Auch aus biologischer und wirtschaftlicher Sicht traf das Motto der Veranstaltung stets den Kern der Themenauswahl. Was getan werden kann, wenn mal nicht "alles fließt", zeigten die Zentralklinik Bad Berka und die DB Netz AG am Beispiel der Herzfunktion und flexibler Fahrplansysteme.
Um jedem eine möglichst weit gefächerte Bandbreite des gesamten Themenspektrums zu bieten, konnte jeder Schüler je nach persönlicher Interessenlage mehrere Vorträge aus den über 80 Angeboten auswählen. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Veranstaltung von Prof. Horst Zuse, Sohn des Binärrechner-Erfinders Konrad Zuse, zusätzlich zu den schulinternen Teilnehmern auch für weitere Interessenten geöffnet. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, an dem Vortrag über die Geschichte des Computers teilzunehmen. Als weiteren Höhepunkt umfasste das Programm die mehrmals aufgeführte Wissenschaftsshow der "Physikanten". Dabei wurden verblüffende Experimente auf Basis der Naturgesetze in unterhaltsamer und spektakulärer Art dargeboten. Vor Allem jüngere Schüler waren begeistert von der Vorführung, bei der auch die hinter den Erscheinungen stehenden Vorgänge detailiert erklärt wurden.
Rückblickend auf den vergangenen Projekttag zeigt sich Organisator Mario Koch zufrieden: "Wir freuen uns, bis jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten zu haben und sind der Meinung, dass sich die Zeit und Mühe während der einjährigen Vorbereitung definitiv gelohnt haben. Da den Schülern sehr viele Wahlmöglichkeiten geboten wurden, war auch das Interesse an den speziellen Vorträgen sehr groß, was natürlich auch die Referenten glücklich machte. Vielleicht hat heute auch der ein oder andere einen ganz anderen Zugang zur Wissenschaft gefunden.
Den Abschluss des überwiegend durch regionale Sponsoren finazierten Tages bildete ein öffentlicher Beobachtungsabend in der Sternwarte des Gymnasiums. Vielleicht hat dabei der ein oder andere auch bereits eine Antwort auf die Frage gefunden, ob der bisher einmalige Projekttag zukünftig regelmäßig durhgeführt wird. Diese steht nämlich bis jetzt noch in den Sternen.
Hier geht es zum Fotoalbum.
Herzlichen Dank an unsere Sponsoren: